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"Faustlos
im Kindergarten"
(Sozialverhalten statt Gewalt) |
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Seitdem unsere beiden Erzieherinnen Elisabeth Franke und Christina Lüdeling-Türk für das Lernprogramm "Faustlos" ausgebildet wurden, wird es in unseren Kindergartenbetrieb eingesetzt. Die Kinder üben sich in sozialem Verhalten, um Gewalt zu vermeiden und Ängste abzubauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln. In jeder Woche werden zwei Lernabschnitte durchgeführt. Sie werden jeweils mit einer Körperübung, einem Spiel, einem Lied oder einem Anspiel mit den beiden Handpuppen "Wilder Willi" und "Ruhiger Schneck" eröffnet. Anschließend wird auf einem Fotokarton eine Alltagssituation veranschaulicht, und durch eine vorgelesene Geschichte ein Konflikt vorgestellt: teilen, sich abwechseln, abwarten oder auch hänseln oder ein Zwiegespräch unterbrechen. Durch Fragen, die ihre Phantasien |
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anregen, werden die Kinder herausgefordert, Lösungsmöglichkeiten zu finden. Einige Ideen werden im Rollenspiel ausprobiert. Sie erleben, ob sie sich gut oder schlecht anfühlen, und prüfen, ob sie gerecht oder ungerecht sind. Die Erzieherin leitet den Gesprächsverlauf zu einer angemessenen Problemlösung. |
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Damit die Kinder die Wirkungen aus ihrem Verhalten selbst wahrnehmen, wird es nicht von den Erzieherinnen beurteilt. Sondern sie leiten die Kinder hin, es selbst zu erkennen. Wenn die Erzieherin beobachtet, wie Tom mit Susi geteilt hat, spricht sie ihn an und fragt sie ihn: "Was hast Du gerade getan?" Tom antwortet, dass er an Susi abgegeben hat. Die Erzieherin bestimmt sein soziales Verhalten, indem sie seine Antwort bekräftigt: "Ja! Du hast mit Susi geteilt." Tom stimmt ihr mit einem Kopfnicken zu. Und die Erzieherin fragt weiter: "Und wie fühlt Susi sich?" Tom antwortet: "Sie freut sich." Wiederum bekräftigt sie seine Antwort: "Ja! Es sieht so aus, wie wenn sie sich freut." Dann wendet sie sich an Susi: "Was meinst Du, Susi! Ob Du auch mit Tom teilen willst?" Susi lacht und antwortet mit einem Kopfnicken. In diesem Beispiel hat Tom eine natürliche Verstärkung erfahren, indem Susi seine Mitspielerin geworden ist, und es mit Hilfe der Erzieherin für ihn bewusst geworden ist. Dadurch benötigt er weniger Anerkennung und Belohnung, sondern sein Selbstvertrauen für seine persönlichen Fähigkeiten wird entwickelt. Durch "Faustlos" erleben die Kinder Rücksichtnahme, Mitgefühl, Fairness und Geduld in einem bewussten Lernprogramm. Dadurch erlernen sie Möglichkeiten, wie sie Auseinandersetzungen bearbeiten und entspannen können. Es bewirkt einerseits, dass Ängste vermindert werden. Andererseits führt es dazu, dass soziale Handlungsweisen voneinander übernommen werden. Gleichzeitig fördert es die sprachlich-geistigen Fähigkeiten. |
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