Ghana

Die Republik Ghana

Ghana liegt in Westafrika. Die Südgrenze ist der Atlantische Ozean (537 km), im Westen grenzt das Land an die Elfenbeinküste (548 km), im Osten an Togo (877 km) und im Norden an Burkina Faso, dem ehemaligen Obervolta (548 km).

In der vorkolonialen Zeit spielte der Sklavenhandel für die Sozial- und Kulturgeschichte Ghanas eine große Rolle. Ghana war später eine britische Kolonie. 1957 erlangte Ghana als erster Staat Schwarzafrikas die Unabhängigkeit.

Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche (eine kleine Chronologie)

1819 Gründung der ersten norddeutschen Mission in Bremen.
1847 Die ersten vier Missionare reisen nach Westafrika aus. Lorenz Wolf beginnt am 14.11.1847 seine Mission unter dem Ewe-Volk.
1855 Nach sieben Jahren Ewe-Mission sind die ersten sieben Ewe-Christen getauft, aber es gibt auch schon sieben Missionarsgräber.
1856 B. Schlegel gibt die erste gedruckte Ewe-Fibel heraus.
1860 Von 30 ausgesandten Missionaren sind 14 in Afrika begraben. Es gibt 60 Ewe-Christen.
1867 Ashanti-Krieg zerstört die Missionsstationen. Nach dem Frieden von 1847 können sie langsam wieder aufgebaut werden.
1884 Von 110 bisher ausgesandten Missionaren sind 54 in Afrika beerdigt. Es gibt 717 Ewe-Christen. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen der Kolonialverwaltung und der Mission über Sprach- und Schulpolitik sowie Branntweinhandel.
1914 Engländer und Franzosen erobern "Deutsch-Togoland". Es gibt 11.000 Ewe-Christen. In Ewe-Sprache liegen vor: Bibel, Gesangbuch, Katechismus, Gottesdienst- und Kirchenordnung.
1922 Die Evangelische Ewe-Kirche wird auf der ersten Synode in Paline gegründet. Moderator: Andreas Aku.
1939 Die deutsche Mitarbeit in der Ewe-Kirche endet mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die Kirche hat 40.000 Mitglieder.
1954 Der Name der Kirche wird geändert in "Evangelisch-Presbyterianische Kirche".
1962 Die Norddeutsche Mission sendet Pastoren aus den deutschen Trägerkirchen nach Ghana.
1975 Als erste Mitarbeiterin im kirchlichen Austausch arbeitet Schwester Juliana Foli vom Sozialzentrum der Ev.-Presbyterianischen Kirche Ghana in der Ev.-ref. Kirche bei den Sozialen Diensten in Nordhorn mit.
1997 Die Ev.-Presbyterianischen Kirche in Ghana feiert ihr 150. Gründungsjubiläum. An diesen Feierlichkeiten nimmt auch Staatspräsident Rawlings teil.
2007 Am 5. Mai wird die "Eine-Welt-Bibel" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Einige Zahlen zur Ev.-Presbyterianischen Kirche in Ghana (Stand: 1998):

Synodalverbände
7
Gemeinden
744
Pastoren
178
Entwicklungsprojekte
21
Kindergärten
185
Grundschulen
464
Weiterführende Schulen
61
Ausgebildete Lehrer
2.244
Mitglieder
145.000

Unser Partner: Der Zentrale Synodalverband

Der Zentrale Synodalverband liegt im süd-östlichen Teil Ghanas in der Voltaregion an der Grenze zu Togo. Diese Region ist ländlich geprägt und liegt vor den Zentren wie der Hauptstadt Accra oder der Industriestadt Tema ungefähr zwei Autostunden entfernt.

Es gibt im Zentralen Synodalverband 84 Gemeinden. Diese sind in 13 Distrikte (zu einem Distrikt gehören mehrere Gemeinden) miteinander verbunden und werden von 13 Pastoren betreut. Im Zentralen Synodalverband leben ca. 17.000 Gemeindeglieder. Der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt in unserem Partnersynodalverband ist die Stadt Hohoe mit 20.000 Einwohnern. Hier wohnt auch der Präses des Zentralen Synodalverbandes Pastor Fiagbenu. Die Gemeinde in Hohoe hat etwa 1.600 Gemeindeglieder.

Auch im Zentralen Synodalverband sind eine Reihe von Kindergärten und Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Intensiv gefördert wird von unseren Partnern die Chorarbeit. Von den Projekten in unserem Patnersynodalverband sind insbesondere zwei hervorzuheben:

1:

Seit 1983 gibt es in Hohoe ein Projekt zur Unterstützung erblindeter Menschen. Es gilt als vorbildlich, und im Fernsehen mehrerer westafrikanischer Länder wurde bereits über dieses Projekt berichtet.

Von den schätzungsweise 1.200 erblindeten Menschen in Hohoe und Umgebung wurden bislang 600 durch dieses Projekt geschult. Vor Ort lernen die erblindeten Menschen sich selbst zu versorgen und für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Der Sinn diese Projektes ist, "Hilfe zur Selbsthilfe" zu ermöglichen.

2: In Alavanyo unterhalten unsere Partner ein Ausbildungszentrum. Junge Männer und Frauen (zur Zeit etwa 350) aus der näheren und weiteren Umgebung erlernen hier in einem zweijährigen Kurs einen Beruf (Maurer, Elektriker, Tischler, Köchin, Schneiderin, Buchhalter,...). Diese Ausbildung ist praxisnah und orientiert an den wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes.

Die Partnerschaftsarbeit:

Im Herbst 1991 beschloss die Synode unseres Synodalverbandes IV der Ev. -ref. Kirche eine Partnerschaft mit einem Synodalverband der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ghana einzugehen. Vermittelt wurde sie dann durch die Norddeutsche Mission. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich die Partnerschaftsarbeit, die zunächst mit einem etwas mühevollem Briefwechsel begann.

1995 und 1996 gab es mehrwöchige Partnerschaftsbesuche. Auf der Synode und in verschiedenen Gemeindegruppen wurde darüber berichtet. Über den Besuch unserer Partner 1996 wurde eine Dokumentation bestellt, die an alle Gemeinden unseres Synodalverbandes verschickt wurde. Mit unseren Partnern wurden Gottesdienste gefeiert, Gruppen und Kreise besucht, ebenso wie verschiedene Schulen und soziale Einrichtungen. Auch gab es mehrfach Gespräche mit Kommunalpolitikern und dem Landessuperintendenten unserer Kirche Herrn
W. Herrenbrück Immer wieder seit 1995 kamen Delegationsmitglieder aus Ghana, die auf Einladung der Norddeutschen Mission in Deutschland waren, für jeweils einige Tage in unseren Synodalverband. Sie feierten in einigen Gemeinden mit uns Gottesdienste, berichteten über Situation in ihrer Kirche und lernten unsere Kirche und Tradition kennen. 1998 waren die Mitglieder des Chores Kekeli aus Ghana mehrere Tage in unserem Synodalverband. Sie gaben in der großen Kirche in Leer ein Konzert. Zudem besuchten sie Schulen und Kindergärten in unserem Synodalverband.

Seit 1998 feiern wir an jedem dritten Sonntag eines Jahres mit unsern Partnern einen gemeinsam vorbereiteten Partnerschaftssonntag. Predigttexte, Lesungen, Lieder, Kollektenzweck und anderes mehr wird abgesprochen und allen Pastorinnen und Pastoren in den Gemeinden zugänglich gemacht.

Gezielt unterstützen Gruppen, Kreise und Gemeinden Projekte und Einrichtungen in unserem Partnersynodalverband (Aufbau einer Weberei für Kente-Stoffe in Wegbe, Blindenprojekt in Hohoe, Kindergärten, Ausbildungszentrum in Alavanyo, Anschaffung von Fahrrädern für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...). Dies geschah jeweils in Absprache und auf Empfehlung unserer Partner. In Zusammenarbeit mit der Norddeutschen Mission konnte eine Diaserie über das Blindenprojekt in Hohoe erstellt werden. Zudem wurde das Blindenprojekt in Hohoe in einer Wanderausstellung, die in mehreren Filialen der Sparkasse im Landkreis zu sehen war, der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Eine-Welt-Bibel:

Im Frühjahr 2003 beschloss die Synode des Synodalverbandes IV auf Vorschlag des Ausschusses für Partnerschaft und Mission, gemeinsam mit dem Partnersynodalverband, dem Zentralen Synodalverband der Evangelisch-Presbyterianischen Kirche in Ghana, eine Kinderbibel zu erarbeiten und herauszugeben. Zielgruppe sind die 6-12-jährigen Kinder. Nach gemeinsamer Auswahl der Bibeltexte, sollen in den Kirchengemeinden in unserem Synodalverband und unserer Partner Bilder zu den ausgesuchten biblischen Geschichten und Texten gemalt werden. Die Bibel soll in drei Sprachen erscheinen: Deutsch, Englisch und Ewe. Ein theologischer und pädagogischer Anhang ist ebenfalls geplant. Seit 2007 ist die "Eine-Welt-Bibel" im Buchhandel zu erwerben.

Vom 1. bis 14. Januar besuchte eine Delegation aus unserem Synodalverband den Central Presbytery in der Evangelisch-presbyterianischen Kirche in Ghana. Sie wurde von Pastor Edzard Busemann-Disselhoff geleitet. Aus unserer Kirchengemeinde beteiligte sich Berta Krull. Präses Pastor Fiagbenu und Wiebke Nehuis empfingen die Gäste in der ghanaischen Hauptstadt Accra.
Wiebke Nehuis aus unserer benachbarten Kirchengemeinde Esklum arbeitet seit dem 1. August 2003 in einem Freiwilligen Sozialen Jahr für einen kirchlichen Kindergarten in der Provinzstadt Ho. In einem Straßenkinderprojekt betreut sie an jedem Dienstag und Donnerstag Nachmittag bis zu 34 Straßenkinder.
Am ersten Tag besuchte die Gruppe ein Waisenheim in Accra. Es wurde von der gebürtigen Ostfriesin Silke Rösner eingerichtet.
Nach ihrem Eintreffen in Hohoe wurden die elf Gäste in Familien untergebracht. Sie waren beeindruckt von der persönlichen Gastfreundschaft. Ihr Aufenthalt wurde ausgefüllt durch Begegnungen, Besichtigungen und Gottesdiensten. Wichtigstes Gesprächsthema für den Fortgang der Partnerschaft war die Gestaltung einer gemeinsamen Kinderbibel.

Im Ausschuss für Mission und Ökumene haben wir den Eindruck, dass durch die Partnerschaftsarbeit in vielen Gemeinden die Sensibilität für das Leben unserer Partnerkirche in Ghana zugenommen hat und auch das Verständnis füreinander, durch gemeinsam gefeierte Gottesdienste, Informationen über den Partner und entsprechender thematischer Arbeit sowie Unterstützung und Hilfe durch Projekte einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Diese Arbeit möchten wir auch in den nächsten Jahren intensiv fortsetzen.

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